Gründe für eine INSOLVENZ in England

EU-Staatenverbund mit über- und zwischenstaatlichem Rechtssystem

[INSOLVENZ in England] llll➤Als Mitgliedstaat der Europäischen Union und der damit verbundenen wirtschaftlichen Globalisierung gibt es viele Möglichkeiten sowohl für Firmen (GmbH Geschäftsführer, Inhaber), für Freiberufler (Ärzte/Zahnärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten usw.) als auch für Privatpersonen, die nationalen Gesetze der EU Mitgliedstaaten für sich zu nutzen, welche durch die EU-Gesetze geregelt werden.

In der Presse werden oft die steuerlichen Vorteile von großen Firmen genannt, die nationale Steuergesetze im EU-Raum nutzen, indem sie ihre Firmensitze nach bspw. den Niederlanden, Luxembourg oder Irland verlagern, um so ihre erzielten Gewinne in diesen Ländern möglichst gering versteuern zu können. Dieses Vorgehen ist vielleicht moralisch verwerflich, jedoch absolut LEGAL.

Ebenso ist es auch für Unternehmen (GmbH Geschäftsführer, Inhaber), für Freiberufler (Ärzte/Zahnärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten usw.) als auch für Privatpersonen absolut LEGAL, diese nationalen Gesetze in EU-Mitgliedsstaaten zu nutzen um bspw. eine Insolvenz außerhalb Deutschlands zu durchlaufen (wie z.B. eine Privatinsolvenz in England, Frankreich oder Spanien).

Jedem Bürger steht es frei, ins Ausland zu ziehen, um dort seinen neuen Lebensmittelpunkt (CoMI-Center of Main Interest) aufzubauen. Wenn dieses geschehen ist, gelten für jeden selbstverständlich die dortigen nationalen Gesetze. Mit der Abmeldung in Deutschland erlischt die gerichtliche Zuständigkeit in dem Heimatland für zivilrechtliche Angelegenheiten. Folglich kann also auch eine Insolvenz nur noch in dem neuen Land (EU-Land wie England, Frankreich oder Spanien), eingereicht werden. Eine im Ausland erteilte Restschuldbefreiung ist dann in ganz Europa anzuerkennen, also auch in Deutschland.

Privatinsolvenz/Involvenz für Ärzte/Zahnärzte, Anwälte

Vorteile der EU-Insolvenz in England

Neben England gibt es auch noch weitere „Insolvenzoasen“ wie Frankreich und Spanien. England hat jedoch einige Vorteile, die ganz wesentlich sind:

  • Die meisten Leute sprechen zu einem gewissen Grad Englisch, was den Neuanfang in England erleichtert
  • Keine Meldepflicht in England, somit geringerer Bürokratieaufwand
  • Alle Ausweise behalten Ihre Gültigkeit (Personalausweis, Führerschein, etc.)
  • Mit Beantragung der NI (National Insurance Number) ist man automatisch krankenversichert
  • Die reine Verfahrenslaufzeit von nur 12 Monaten mit garantierter Restschuldbefreiung
  • Keine Deckelung der Pfändungsfreigrenzen. Das gestattete Einkommen richtet sich nach den Lebensumständen
  • Schnelle, bequeme und günstige Erreichbarkeit aus Deutschland (günstige Flugkosten uvm.)

Besonders Freiberufler, selbstständige Unternehmer (GmbH Geschäftsführer), Ärzte/Zahnärzte, Architekten und auch Rechtsanwälte wählen oft den Weg nach England, um sich hier von Ihren Schulden befreien zu können. Da in England das Thema Insolvenz nicht wie in Deutschland negativ stigmatisiert ist (Insolvenz = Pleite = Versager), stehen in England dem Schuldner auch ganz andere Möglichkeiten offen.

Schon während seiner Privatinsolvenz kann der Schuldner damit beginnen, für sich selbst wieder in die Zukunft zu planen und beruflich „Gas“ zu geben. Während man in Deutschland den Eindruck gewinnt, einmal gescheiterte Existenzen sollen dauerhaft aus dem Verkehr gezogen werden und der Gläubigerschutz stehe über allem (auch wenn es meist nur die Insolvenzverwalter sind, die davon profitieren), sieht man in England das Potential dieser Fachkräfte und möchte sie möglichst schnell wieder ins Wirtschaftsleben integrieren.

Das Insolvenzverfahren in England

Wie bereits oben beschrieben, ist die wesentliche Voraussetzung für eine EU-Insolvenz in England der in England bestehende Lebensmittelpunkt. Auch wenn es keine eindeutige Definition hierüber gibt, so ist jedoch mit dem CoMI der Ort gemeint, wo sich das Zentrum des wirtschaftlichen Interesses besteht und wo man überwiegend lebt.

Den Nachweis über den Lebensmittelpunkt gilt es für mindestens 6 Monate vorab darzustellen, bevor man seinen Insolvenzantrag bei Gericht einreichen kann. Der Richter entscheidet daraufhin mit seiner Unterschrift, ob der CoMI in England gegeben ist.

Deshalb gibt es grundlegende Dinge, die zu beachten bzw. nachzuweisen sind:

  • Korrekte Abmeldung aus Deutschland
  • Beantragung der National Insurance Number
  • Bankkontoeröffnung in England
  • Wohnungsvertrag auf den eigenen Namen (Achtung: Referencing!)
  • Gemeindesteuer u. Nebenkosten auf eigenen Namen
  • Festnetz-Telefon und / oder Mobiltelefon und Nachweis
    über geführte Gespräche (auch Kontakte in England!)
  • Nachweisbare Quittungen, Belege u. Kontoauszüge, welche die
    Lebenshaltungskosten dokumentieren
  • Nachweis über sein Einkommen (Job, Pension, JobCenter, etc.)
  • Auch Nachweise über Arzttermine, Behördengänge
  • uvm.

Wenn man diese Unterlagen beisammen hat, steht der Privatinsolvenz in England nach der Vorlaufzeit von etwa 6 Monaten grundsätzlich nichts mehr im Wege. Mit der Anerkennung durch den Richter wird man regulär nach spätestens 12 Monaten seine Restschuldbefreiung in England erlangen. Eine Wohlverhaltensphase, wie in Deutschland gibt es in England nicht.

Wichtig: Eine in einem EU-Land erteilte Restschuldbefreiung ist auch in Deutschland anerkannt

Fazit: Die EU-INSOLVENZ360 empfiehlt sich für die Themen rund um die Insolvenz in Deutschland & England. Darüber hinaus steht Ihnen Rechtsanwalt Detlef Steffen, welcher als Insolvenzanwalt seit vielen Jahren tätig ist, rechtsberatend und bundesweit zur Seite. Warten Sie nicht länger! – Mit der EU-INSOLVENZ360 findet sich ein Weg aus der Schuldenkrise. Dabei muss ein Insolvenzverfahren in Deutschland oder England nicht zwingend der einzige Lösungsweg sein. Es gibt in vielen Fällen auch Alternativen.